Anna Kühl
Malerei, Werke und Hintergrundinformationen
Anna Kühl
Aufgewachsen ist Kühl in Hohenwestedt in Schleswig-Holstein. Aus ihrer Herkunft ist überliefert, dass sie die Tochter von Max Kühl und Ingeborg Kühl (geb. Ipland) war; die Familie der Mutter wird als Apenrader Kapitänsfamilie beschrieben. Früh zog es sie jedoch in die Kunstzentren: Nach dem Besuch einer Kunstschule in Berlin ging sie zur weiteren Ausbildung nach Düsseldorf und München.
In ihrer Laufbahn bewegte sich Anna Kühl zwischen der Hauptstadt und dem Norden. Schon 1898 wurde sie Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen und Kunstfreundinnen – ein wichtiger Verband, der Künstlerinnen in einer Zeit Sichtbarkeit verschaffte, in der der Kunstbetrieb stark männlich dominiert war. Zwischen 1898 und 1901 stellte sie dort aus; zudem war sie mehrfach auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten und zeigte Arbeiten wie Stillleben, Bauernhaus- und Figurenbilder. Auch in der Abteilung Freie Sezession ist sie 1919 nachweisbar.
Parallel dazu blieb Kühl in Norddeutschland präsent. 1914 nahm sie an der Leipziger Bugra-Ausstellung teil. In Lübeck trat sie besonders 1926 hervor: Zur 700-Jahr-Feier der Lübecker Reichsfreiheit war sie mit dem Ölgemälde Kate mit alter Eiche in Israelsdorf vertreten. Im selben Jahr wurde sie zudem in die Jury der Vereinigung Lübecker Bildender Künstler gewählt – ein Hinweis darauf, dass sie in der lokalen Kunstszene nicht nur ausstellte, sondern auch anerkannt mitwirkte. 1948 taucht ihr Name nochmals in einer Ausstellung „Lübecker Künstler“ im Flensburger Museum auf.
Ein weiterer Baustein ihres Werdegangs führt in die Künstlerkolonie Schwalenberg (Lippe): In den 1920er Jahren kam Kühl „im Gefolge“ des Malers Hans Licht dorthin, um als Freiluftmalerin in der dortigen Künstlergemeinschaft zu arbeiten. In Übersichten zur Schwalenberger Malerkolonie wird sie entsprechend als Künstlerin mit Hauptwirkungsstätten „Berlin – Lübeck“ geführt.
Stilistisch wird ihr Werk dem späten Impressionismus norddeutscher Prägung zugeordnet. Den Schwerpunkt bilden Landschaften – oft Motive, die mit norddeutscher Natur- und Kulturlandschaft zusammenhängen –, daneben malte sie Stillleben und auch Porträts. Dass sie beides konnte, zeigt schon ihre Ausstellungspraxis: In Berlin trat sie mit Stillleben und figürlichen Themen auf; in Lübeck sind Motive wie die Israelsdorfer Eiche bzw. die „Kate“ (ein ländliches Haus) dokumentiert.
Heute finden sich Werke von Anna Kühl in öffentlichen Sammlungen: genannt werden das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Hansestadt Lübeck, das Heimatmuseum Hohenwestedt und das Robert-Koepke-Haus in Schwalenberg. Dass sie in Lübeck bis in die Gegenwart in Museumszusammenhängen präsent bleibt, zeigt auch die Nennung ihres Stilllebens Stillleben (Bücher und Blume) (dat. 1930–40) aus dem Museum Behnhaus Drägerhaus im Kontext einer Ausstellung der Lübecker Museen.
So lässt sich Anna Kühl als Künstlerin lesen, die zwischen Metropole und norddeutscher Region vermittelte: ausgebildet in den großen Kunststädten, sichtbar im Berliner Ausstellungsbetrieb – und zugleich fest verankert im Lübecker Kunstleben, in dem sie nicht nur ausstellte, sondern auch institutionell (Jury 1926) eine Rolle spielte. Ihr Tod 1951 in Lübeck schließt diesen Bogen – und macht die Stadt endgültig zu einem zentralen Ort ihrer Biografie.
Ein umfassendes, öffentliches Werkverzeichnis der Malerin Anna Kühl (1878–1940) existiert nicht in Form einer einzelnen Online-Datenbank. Ihre Werke, oft Stillleben, sind Teil von Sammlungen wie dem Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck, wo beispielsweise das "Stillleben (Bücher und Blume)" (ca. 1930-40) verwahrt wird Museumsquartier St. Annen.
- Bekannte Werke: Anna Kühl ist für ihre Stilllebenmalerei bekannt.
- Sammlungen: Werke finden sich im Kontext der Lübecker Kunstsammlungen, insbesondere im Museum Behnhaus Drägerhaus.
- Recherchetipps: Für detaillierte Werklisten wird empfohlen, die Kataloge der Lübecker Museen (St. Annen-Museum/Behnhaus) zu konsultieren.
Es ist ratsam, für eine vollständige Übersicht den direkten Kontakt zu den Lübecker Museen zu suchen.
Informationen zu ihren Werken und ihrem Schaffen lassen sich jedoch über folgende Quellen erschließen:
1. Öffentliche Sammlungen & Museen
Teile ihres Nachlasses und einzelne Werke befinden sich in norddeutschen Museen, da sie lange Zeit in Lübeck lebte und arbeitete:
- Museumsquartier St. Annen (Lübeck): Beherbergt Werke der Künstlerin und thematisiert sie gelegentlich in Ausstellungen zur regionalen Kunstgeschichte.
- Bezirksmuseum Hohenwestedt: In ihrem Geburtsort wird ihr Andenken gepflegt, dort finden sich oft biografische Details und lokale Werkübersichten.
2. Biografische Eckdaten & Werkcharakteristik
Anna Kühl ist vor allem für ihre spätimpressionistischen Landschaftsdarstellungen bekannt.
- Ausbildung: Sie studierte in Berlin, München und Düsseldorf.
- Mitgliedschaften: Ab 1898 war sie Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen.
- Motive: Ihr Fokus lag auf norddeutschen Landschaften (insbesondere Holstein und die Umgebung von Lübeck), Stillleben und Interieurs.
3. Auktionsarchive (Ersatz für ein Werkverzeichnis)
Da kein geschlossenes Verzeichnis vorliegt, dienen Auktionsdatenbanken als wichtigste Referenz für die Identifizierung und preisliche Einordnung ihrer Gemälde:
- Auktionshaus Stahl: Bietet eine Kurzbiografie und eine Übersicht verkaufter Werke.
- MutualArt oder Invaluable: Hier sind Abbildungen und Verkaufshistorien zahlreicher Ölgemälde gelistet.
Wichtiger Hinweis zur Namensverwechslung:
Suchen Sie nach der zeitgenössischen Künstlerin Anneliese Kühl (Galerie Kunstausstellung Kühl), so finden sich deren aktuelle Arbeiten und Preislisten direkt auf der Webseite der Galerie Kühl.